Harald Weinrich CuracaoUnter Wasser - Allgemeines

Curacao wurde bereits 1939 von Hans Hass und seinen damaligen Begleitern für das Tauchen entdeckt.
Dabei wurden sie, da es kurz nach Kriegsbeginn war und Shell dort eine grosse Erdöl-Raffinerie betrieb, streng kontrolliert. Man befürchtete mögliche Sabotageakte. Interessant in diesem Zusammenhang: Ab 1942 versuchte Alfred von Wurzian, einer der Begleiter, das deutsche Militär für die Schaffung einer "Meereskämpferabteilung" zu begeistern und wurde dann auch Ausbildungsleiter der ersten deutschen Kampfschwimmer...

 

Harald Weinrich CuracaoAllgemein gilt:

Im Gegensatz zu den meisten anderen Urlaubsregionen taucht man in der Regel selbstständig. In Zusammenhang mit einem Leihwagen und Tauchpaket heisst das Auto packen und los. Es gibt eine Strassenkarte, auf der die Tauchplätze eingezeichnet sind. Am Strassenrand liegen dann mehr oder weniger grosse Steine, die rot/weiss mit Taucherflagge und Name oder Nummer des Platzes gekennzeichnet sind.

Es gibt bewirtschaftete Plätze, dort ist meist mehr Betrieb, oft ist auch Eintritt fällig. Dafür gibt es meist einen angelegten Strand, Bar oder Buffet, Dusche, Spülbecken für das Equipment usw. Andere sind Plätze irgendwo in der Landschaft. Um dort hin zu gelangen, muss man schlimmstenfalls mit Off-Road-Einlagen oder Gebühren für die Passage von Privatgrundstücken rechnen. Zur Belohnung ist man meist allein, was aber ganz sicher keinen Rückschluss auf die Qualität zulässt. Wenn man sich an solche Verhältnisse einmal gewöhnt hat, erscheint einem Ägypten selbst im Winter überlaufen.

Harald Weinrich CuracaoCuracao ist von einem Saumriff umgeben. Deshalb könnte man eigentlich auch rings um die Insel tauchen. Da aber der Wind aus Nord-Ost kommt, sind auf der Nordseite die Bedingungen nicht geeignet, wieder gesund aus dem Wasser zu kommen. So finden wir die Tauchplätze eigentlich alle auf der Südseite.
Das Riff beginnt i.d.R. in einer Tiefe von ca. 7m und fällt dann mehr oder weniger steil bis jenseits der Sporttauch-Grenze ab. Deshalb ist es sinnvoll, die 20-100m hinauszuschwimmen und über der Riffkante abzutauchen. Zum Austauchen bietet sich aber auch der Flachbereich an. Dort findet man diverses Leben im Sand, dazu Gruppen von Palomelas, Glasfische und auch mal Barrakudas, Rochen oder Oktopusse.

Harald Weinrich CuracaoAls wir 2010 auf Curacao waren, haben wir uns gewundert, als wir ein paar Rotfeuerfische gesehen haben. Stand 2013 gab es eigentlich keinen Tauchgang ohne Sichtung. Da die Rotfeuerfische in der Karibik keine Feinde haben, wachsen und vermehren sie sich prächtig. Den Einfluss auf das einheimische Ökosystem kann man noch nicht richtig abschätzen. Inzwischen gibt es aber Initiativen, um diese Flut einzudämmen. Ob das gelingt, wage ich zu bezweifeln. So werden die Rotfeuerfische gezielt gejagt. Und ich muss sagen, kräftig angebraten und dann noch ein wenig gedünstet schmecken die richtig gut. Die Jagd erfolgt aber meines Wissens nur an den offiziellen Tauchplätzen. Die nehmen vielleicht 5% der Küstenlinie auf der Südseite ein, der Norden wird fast nicht betaucht. D.h. die Fische können sich auf ungefähr 98% der Küstenlinie ungestört entwickeln.
Wo kommen sie eigentlich her? Da gibt es mehrere Theorien. Die plausibelste besagt, dass bei einem Hurrikan in den 80ern oder 90ern in Florida Aquarien zerstört wurden und ein paar Rotfeuerfische die Gelegenheit genutzt haben auszubüchsen. Und inzwischen haben sie sich in der kompletten Karibik zu einer Plage entwickelt.

Zum Seitenanfang